Das Galadinner – der Gentleman am Silbertablett

Geladen zu einem Galadinner. Hört sich herrlich an! Oder weckt es doch ein kleines bisschen Unsicherheit? Wir schaffen Abhilfe!

Sind Sie zu einem Galadinner eingeladen, stellt sich in erster Linie die Frage nach dem Dresscode. Hier wird auf die Kleidung besonders viel Wert gelegt. Ist auf der Einladung eine Kleidervorschrift genannt, so müssen Sie sich unbedingt daran halten. Ist dies nicht der Fall, gibt es bescheidene Möglichkeiten, die passende Kleidung zu wählen.

Eleganz ist gefragt

Bei einem Galadinner ist für gewöhnlich der Dresscode „Black Tie“ gewünscht. „Black Tie“ erfordert einen dunklen Smoking mit allem was dazugehört. Das weiße Smokinghemd, die schwarze Seidenfliege und die Manschettenknöpfe. Alternativ kann man zu einem dunklen, hochwertigen Anzug greifen. Ein Spiel mit Farben ist hier nicht erwünscht. Der Anzug muss schwarz, anthrazit oder marineblau sein. Besondere Eleganz zeigen Sie mit einem weißen oder cremefarbenen Einstecktuch zum dunklen Anzug oder Smoking.

Mit Pünktlichkeit glänzen

„Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige“ lautet eine Redensart. Wenn also auf der Einladung eine explizite Uhrzeit, wie „Beginn 19 Uhr“ oder „um 19 Uhr“, vermerkt ist, liegt die tolerierte Grenze für das Zuspätkommen bei maximal 15 Minuten. Alles andere ist unhöflich. Wie übrigens auch zu frühes Erscheinen.
Setzen Sie sich niemals unaufgefordert als Erster an den gedeckten Tisch. Warten Sie auf die Aufforderung des Gastgebers. Sobald der Gastgeber alle mit Wein versorgt hat, sollten Sie auf keinen Fall als Erster das Glas erheben oder gar daran nippen. Man wartet auf die Aufforderung durch den Gastgeber.

Warten Sie mit dem Essen, bis alle am Tisch bedient worden sind. Alle fangen gleichzeitig an und gerade bei kalten Gerichten wird grundsätzlich gewartet. Sobald jedoch die Tischnachbarn auffordern, bereits anzufangen, darf eine Ausnahme gemacht werden. Zeichnet es sich ab, dass es noch etwas dauern wird, bis die restlichen Gäste mit ihrem Essen versorgt werden, darf man darum bitten, bereits anzufangen. Allerdings muss man die Entschuldigung mit vor bringen, dass das Essen sonst kalt wird.

Der vermutlich schwierigste Part: mit Fremden ins Gespräch kommen. Gepflegter Smalltalk ist eine Kunst – vor der man aber keine Angst haben muss. Halten Sie sich im Zweifel an zwei Regeln: 1. Aufmerksam zuhören. 2. Fragen stellen. Ein guter Einstieg ist immer die Frage, woher das Gegenüber den Gastgeber kennt. Auch dezente Komplimente, etwa über das Outfit des Gegenübers, können ganz schnell das Eis brechen.

Sie müssen nicht bis zum Schluss bleiben, aber wann darf man frühestens nach Hause gehen, ohne den Gastgeber zu brüskieren? Eine halbe Stunde Ausharren nach dem Dessert ist ein guter Richtwert. Vergessen Sie nicht sich zu verabschieden – und zu bedanken!