Wann trägt man einen Cutaway?

Es war einmal ein Gehrock, der sich im Laufe der Zeit weiterentwickelte. Um 1900 wurde aus ihm ein formelles Kleidungsstück, das wir auch heute noch in fast unveränderter Form kennen. Es handelt sich dabei um den sogenannten „Großen Gesellschaftsanzug des Tages“. Er ist damit das Gegenstück zum „Großen Gesellschaftsanzug des Abends“, dem Frack.

Der Vollständigkeit halber: die kleinen Geschwister von Cutaway sind der Stresemann (Tag) und der Smoking (Abend). Zurück zum Cutaway. Wann trägt man einen Cutaway also am besten? Die Faustregel ist einfach: nie nach 18 Uhr. Er ist festlich, weshalb man ihn zu besonderen Anlässen am Tag trägt. Beispiele dafür sind Staatsempfänge, Pferderennen, hochrangige Beerdigungen oder der schönste Tag im Leben eines Paares. Vor allem, wenn sich in Adelskreisen das Ja-Wort gegeben wird, sieht man die Herren im Cutaway.

Wie sieht ein Cutaway aus?

Der Name des Cutaways verrät es schon: etwas fehlt bzw. wurde weggeschnitten. Tatsächlich leitet sich der Begriff von den abgeschnittenen Ecken des Gehrocks ab.

Er besteht aus einer grauen oder schwarzen Jacke, zu der der moderne Gentleman eine schwarz-grau gestreifte Hose trägt. Er kombiniert dieses mit schwarzen Schuhen, einer hellgrauen oder farbigen Weste und einem weißen Hemd. Traditionellerweise ergänzt eine silbergraue Krawatte das Outfit. Bei Beerdigungen ist die Weste aus demselben dunklen Stoff wie das Jackett, die Krawatte ist dann auf jeden Fall ebenfalls schwarz. Wer möchte, trägt statt der Krawatte ein Plastron.

Wichtig: Zum Cut können Sie einen schwarzen oder silbergrauen Zylinder tragen, aber nie einen Querbinder, Gürtel, Lackschuhe oder Kummerbund! Einer der wesentlichen Vorteile des Cutaway ist, dass er dank seiner perfekten Proportionen jedem Mann steht und für eine gute Figur sorgt. Außerdem unterliegt der Cut im Gegensatz zum Smoking und Frack weniger strengen Regeln. Die Frage „Wann trägt man einen Cutaway“ ist tatsächlich wichtiger als „Wie trägt man einen Cutaway“.